1975 – 1976
In der Vorstandsetage der FV Brandenburg-Lichterfelde gab es nach einem Jahr wieder einen Wechsel. Heinz Lenk führte nun die über  600 Mitglieder der Fusionierten aus dem Südwesten Berlins. Auch bei Brali  erkannte man die Zeichen der Zeit. Jeweils eine  Damen- und Mädchenmannschaft nahm nun am Spielbetrieb teil. Die Erfolge waren zwar noch bescheiden, aber die Namen sind trotzdem erwähnenswert: Daniela Sonntag, Ines Casper, Bettina Rinke, Roswitha Schrod, Regina Schmittke, Heidi Hellrung, Angelika Rennspieß, Ellen Valentin, Petra Kaempf, Martina Lehmann und Andrea Martin. Trainer „Charly“ Kaufmann hatte mit der 1. Mädchenmannschaft mit 17:5 Punkten einen guten Start in die Saison. Bis 4 Spieltage vor Ende träumte man noch vom Aufstieg in die Amateuroberliga, doch Niederlagen gegen Südring (0:1) und SBC (1:2) machten alle Hoffnungen zunichte.Die B-Jugend erreichte das Berliner Pokalfinale und hatte dort das Pech, gegen einen groß auftrumpfenden VfL Schöneberg – mit Pierre Littbarski – anzutreten. Trotz großartiger Unterstützung der Fans, ging der Pokal nach Schöneberg. Bei der Lichterfelder Sport-Union rüstete man weiter auf, wollte man doch endlich wieder aufsteigen. Mit den Heimkehrern Bernd und Wilfried Erdmann wollte es Trainer Hans Bernrieder wissen. Im Vorstand fand Bruno Borchert und Eberhard Trepte als zweitem Vorsitzenden große Unterstützung. Voll konzentriert gingen die Lichterfelder Kopmann, L. Menge, W.D. Tegge, Radtke, Mode, Breuer, Sprangowski, B.Kluge, Czibrowski, M. Tegge, B. Erdmann, E. Erdmann, Thiele, I. Menge, Brauer, Wobolla, Miniegel  in die Saison. Schon nach der Hinserie führte man die Tabelle mit respektablen Vorsprung an. In der Rückrunde führte der Weg immer weiter Richtung Amateurliga. Mit  der LSU, und „Rivera“ Sprangowski als erfolgreichstem Torschützen (25), stand  der Titelträger  schon lange vor Saisonende  fest.  Zum 25- jährigen Vereinjubiläum bescherte sich die LSU selbst das schönste Geschenk. Auch die starke Reservemannschaft wurde mit großem Abstand Meister und so konnte man im Tempelhofer „Lindenhof“ gebührend feiern. Als „Zuschlag“ bekam man von der Kindl-Brauerei aufgrund der vielen geschossenen Tore eine Party ausgerichtet. 

                                         A-Klasse 

1.

Lichterfelder SU

107:42

48:12

2.

Post SC

 58:46

39:21

3.

Tasmania 73

 61:40

36:24

4.

VfL Schöneberg

 63:55

36:24

5.

DJK Roland

 58:45

35:25

6.

Eintracht Südring

 70:61

35:25

7.

Wilmersdorfer SC

 68:54

34:26

8.

VfB Britz

 59:45

34:26

9.

Wacker Lankwitz

 69:67

33:27

10.

SC Gatow

 60:53

30:30

11.

VfB Pankow

 57:60

28:32

12.

Minerva 93

 37:52

24:36

13.

Frohnauer SC

 37:70

20:40

14.

Weddinger FC

 52:82

 19:41

15.

Brandenburg 03

 36:78

16:44

16.

RFC Alt Holland

 35:81

13:47

 

1976 – 1977 
Nun war Lichterfelde mit zwei Vereinen in der Amateurliga vertreten. Unter dem neugewählten 1. Vorsitzenden  Gerhard Hoerdt und Trainer  Stanke sowie  den Spielern Manfred Marotzke, Gerhard Hoerdt, Christoph Möllering, Werner Priebusch, Joachim Bursy, Joachim Tietz, Peter Vater, Erich Schauer, Werner Schmid, Wolfgang Langner, Dieder Gaida und dem A-Jugendspieler Dieter Frindt ging man bei  Brali  in die dritte Amateurliga-Saison, in der man sich erneut einen Trainerwechsel, H..J. Trautmann kam für H. Stanke, vornahm. Die Jugendabteilung konnte durch Hilfe vieler Mitarbeiter Vereinsräume im Folke-Bernadotte-Heim beziehen. Selbstbewusst ging die Lichterfelder Sport-Union mit den „Machern“ B. Borchert, E. Trepte und P.Ernst in die Saison. Trainer wurde der Ex-Profi H.G. Schimmöller. Als Aufsteiger wollte man der Hecht im Karpfenteich sein und für frischen Wind im Lichterfelder Stadion sorgen: Die Bundesligamannschaften von Hertha BSC und Tennis Borussia gaben ihre Visitenkarten ab. Und mit den meistgeschossenen Toren wurde die LSU in der ersten Amateurliga-Saison Dritter. Wolfgang „Puffer“ Mode, lange Jahre Libero, gab seinen Abschied nach 375 Spielen bei der LSU. Im Pokal kam man unter die letzten Vier, was die Teilnahme an der 1. DFB Pokal-Hauptrunde bedeutete. Für Stimmung sorgten die beiden Ortsderbys. Im ersten Spiel siegt die LSU klar mit 4:1. Die Torschützen: Rach(2), B.Erdmann, Sobolla und D. Böhme für Brali. Beim Rückspiel behielten die Rot-Weißen ebenfalls die Oberhand. Beim 2:1-Sieg erzielten Rach, B. Erdmann und Fleckstein für Brali die Tore. Die erfolgreichen LSUer: Mixdorf, L. Menge, Klement, Sprangowski, W. Erdmann, B. Erdmann, Breig, Hewelcke, Rach, Burckhardt, Thiele, Sobolla, Harnoß, J. Schmidt, Försterling, Gerhardt, Schebaum, B. Kluge.

 

1.

BFC Viktoria 89

58:31

46:14

2.

NFC Rot-Weiß

90:44

43:17

3.

LSU

96:43

40:20

4.

1.Traber FC

72:41

38:22

5.

BBC Südost

63:50

38:22

6.

SC Staaken

66:36

37:23

7.

Brali

56:45

33:27

 8.

Pr. Wilmersdorf

46:43

32:28

9.

BFC Südring

47:47

29:31

10.

Cimbria 1900

33:46

25:35

11.

VfB Hermsdorf

43:57

23:37

12.

BFC Olympia

36:39

22:38

13.

Tus Makkabi

47:62

21:39

14.

BSC Rehberge

26:50

21:39

15.

SC Westend 92

41:79

17:43

16.

1. FC Neukölln

34:80

15:45

 

1977 – 1978
In dieser Saison wurde mit der Einweihung des ersten Kunstrasen-Spielfeldes auf einem Nebenplatz des Ernst-Reuter-Stadions eine neue Ära im Berliner Fußballsport eingeleitet, auch wenn bis zur Renovierung des Nebenplatzes des Lichterfelder Stadions noch einige Jahre verstreichen sollen: Kein  in Lichterfelde aktiver Fußballer wird sich gerne an die Schürfwunden erinnern, die durch schwarze (und später rote ) Schlacke entstanden und bei  vielen „lebenslange Spuren“ hinterließen. Aber auch in anderer Hinsicht wurde in diese Saison Neuland betreten: Erstmals wurde in dieser Saison Trikot-Werbung zugelassen, allerdings nur für die Männerabteilung. Ohne die Wirtschaft und potente Sponsoren ging auch im Amateurbereich nichts mehr. Um die niedrigen Zuschauerzahlen ausgleichen zu können, benötigte man entsprechende Hilfe von außen. Auf der sportlichen Seite erfüllte sich in dieser Saison, was sich bereits in der letzten Saison andeutete. Aber auch auf dem gesellschaftlichen Sektor verstärkten beide Lichterfelder Vereine ihre Aktivitäten. Es sollte ein gutes „Lichterfelder Jahr“ werden! Bei der Lichterfelder Sport-Union begann die Saison mit dem DFB-Pokal gegen Alemannia Plaidt im Berliner Olympiastadion. Im Zuge einer Doppelveranstaltung mit Viktoria 89, erwartet man 3.000 Zuschauer. Doch nur 1.532 sahen diese spannende Partie, in der Westphal für das 1:0 sorgte. Nach einem zwischenzeitlichen 1:2 sorgte Spielertrainer B. Erdmann nach einem Solo für den Ausgleich. Rainer Sprangowski hatte kurz vor Schluss den Siegtreffer auf den Füßen, konnte diese Chance aber nicht nützen. So musste man in die Verlängerung, wo sich die Mannschaft in ausgezeichneter Verfassung präsentierte. Nach einem Foul an Sobolla trat W. Erdmann in der 117. Minute zum fälligen Strafstoß an. Aber „Winne“ traf nur den Pfosten. Das bedeutete Wiederholungsspiel im Rheinland. Dort schoss Detlef Gilke die LSU in Front. Doch etwas unglückliche Entscheidungen des Referees brachten die starken Lichterfelder auf die Verliererstraße. Mit einem 1:3 in der Tasche trat man die lange Rückfahrt nach  Berlin an. Der Start in die Punktspielsaison war miserabel. Nach der Niederlage gegen den BBC Südost kam es schon zum Ortsderby gegen die FV Brandenburg-Lichterfelde:

Brali: Marotzke, Langner, Fleckstein, G. Hördt, Koschenz, Möllering, Roeßler, Gaida, Tietz, Frindt, Böhme. LSU: Reusser(Mixdorf), Schuhknecht, Klement, Sprangowski, Schlichenmeyer, B. Erdmann, J. Schmidt, W. Erdmann, Harnoß, Breig, Hewelke. Tore: 1:0 (5.) Frindt, 2:0 (21.) Koschenz, 2:1 (32.) Schmidt, 3:1 (43)  Böhme, 3:2 (73.) Harnoß.

In diesem Ortsderby imponierte die durch Trainer Börst sehr gut eingestellte Brali-Elf. Wichtig das vorentscheidende 3:1 durch  Böhme, der zu den Besten seiner Elf gehörte. Da auch der junge Frindt gegen Klement viele Zweikämpfe gewann, Gaida im Mittelfeld glänzte, reichte es am Ende aus, da die LSU auch die „todsicheren“ Chancen (81. und 86. Min.) nicht nutzen konnte. Die LSU rappelte sich aber langsam auf und eilte im weiteren Verlauf der Saison von Sieg zu Sieg, die zum Teil sehr beeindruckend herausgespielt wurden. Nach 15 Spieltagen belegte man mit 19:11 Punkten den 2. Platz. Auch in der Halle war man erfolgreich. Mit einem 3:1 über den SC Staaken  wurden sie  Sieger des Amateurliga-Hallenturniers, in dem Detlef Gilke mit 10 Treffern als Torschützenkönig gekürt werden konnte.

LSU - Sieger des Amateurliga- Hallenturniers der Saison 1977/78

Oben v.l.: A. Glock, P. Ernst, D. Garz, O. Moschner, B. Hewelcke, R. Sprangowski, R. Gilke, B. Borchert, K. Junker, unten v.l.: Westphal, V. Thomas, U. Lazarus, D. Gilke. Im ersten Rückrundenspiel traf man dann bereits wieder auf den Ortsrivalen Brali: LSU: Mixdorf, Sprangowski, Lazarus, Garz, Nordhausen (Breig), Moschner, J. Schmidt, Schumann, Westphal, Hewelke, D. Gilke. Brali: Marotzke, H.  Hördt, Vater, Fleckstein, Koschenz, Möllering, Rießler, Gaida, Tietz, Frindt (Mesecke), Böhme. Tore: 1:0 (54) Westphal, 2:0 (87)  Hewelke, 3:0 (89.) Westphal. Einen entscheidenden Knacks erhielt das Brali-Spiel , als Frindt (38) verletzt ausscheiden musste. In dieser harten, vom Kampf geprägten Partie, ragte LSU-Keeper Mixdorf heraus. Beim Böhme-Freistoß verhinderte er das 1:1. Sonst hätte es ein gerechtfertigtes Remis gegeben.„Gewonnen ist gewonnen. Wie, das fragt später niemand mehr“, freute sich „Huzzi“ Erdmann. Die LSU gab in den restlichen 14 Spielen nur noch 7 Zähler ab und behauptete den 2. Platz, der den Aufstieg in die Amateur-Oberliga bedeutete. Amateurliga-Torschützenkönig wurde Westphal mit 26 Treffern. Im Pokal drang man mit einem 2:1 (Tore von Schumann, Westphal) über den Club-Verteidiger Hertha 03 bis ins Viertelfinale vor. Diese Saison wurde noch zusätzlich durch die Erfolge der 2. und 3. Mannschaft abgerundet. Zur Belohnung luden die Sponsoren Dietzmann, Hildebrandt, Zimmermann, Schmid und Ecke 40 LSUer zu einer Fahrt nach Wagenfeld ein.

 

Untere Mannschaften, 2. Abteilung 

1.

Hertha 03 V

108:22

41:7

2.

Minerva 03

  93:29

41:7

3.

St.Marienf. V

104:43

32:16

4.

LSU VI

 76:54

31:17

5.

Hertha 03 VII

 64:43

29:19

6.

TeBe VI

 77:46

28:20

7.

Brali VI

 58:64

23:25

8.

Siemensst. VI

 71:76

20:28

9.

Heiligensee

 46:61

20:28

10.

Hertha 03 IX

 43:132

10:38

11.

Rap. Wedding

 40:116

 9:39

12.

Dresdemia

 27:134

 8:40

 

Der neue Vorstand 1977/78 bei Brali

Geschäftsführer Hans Gansert, 2. Vorsitzender Michael Dahms, 1. Vorsitzender Gerhardt Hoerdt, Damenwartin Brigitte Kolepki, Jugendleiter Hans-J. Kolepki und Jugendkassierer Wolfgang Junknickel

Zum 65jährigen Jubiläum der FV Brandenburg-Lichterfelde wurde unter dem Vorstand G. Hoerdt (1. Vors.), M. Dahms (2. Vors.), H. Gansert (GF) und vielen  Helfern die „Rot-Schwarze-Nacht“ ins Leben gerufen. Der Erfolg in den Festzelten auf dem Stadiongelände war so groß, dass dies zu einer sich jährlich wiederholenden Institution wurde. Aber auch fußballerisch wurde den Fans einiges geboten. Nach der Hinrunde belegte die 1. Mannschaft einen vielversprechenden 4. Platz mit 18:12 Punkten. Im Amateur-Hallenturnier schied man zwar in der Vorrunde aus, aber auf dem Feld holte man die Erfolge nach. Mit 20:10 Punkten in der  Rückrunde konnten sich die Bralis am Ende auf den 3. Platz vorkämpfen und somit der LSU in die Amateur-Oberliga folgen. Erfolgreichster  Torschütze mit 15 Treffern wurde Böhme. Auch den Damen gelang unter Trainer Helmut Werner und Betreuerin Brigitte Kolepki der Aufstieg in die 1. Liga. Bralis Müttermannschaft ungeschlagen! Zwei Jahre nach ihrer Gründung waren sie immer noch unbesiegt. Wenn  ihre Söhne zum Hallenturnier geladen wurden, gingen sie mit. Hier ein Situationsbericht: Die Stimmung der Zuschauer beim „Goldenen Fußball“ war hervorragend, doch sie erreichte ihren Höhepunkt, als die Müttermannschaften des VFL Schöneberg und von Brali die Halle betraten. In den folgenden zwanzig Minuten zeigten nun die Mütter ihren Söhnen, dass sie nicht nur verschmutzte Trainingskleidung und Hemden waschen konnten, sondern dass man selber recht ordentlich gegen den Ball treten kann. Nicht umsonst hatte  man in den letzten Wochen im Training so geschwitzt. Während des Spiels erwiesen sich die Lichterfelder Mütter als die etwas besseren. Renate Langner erzielte mit einem Hinterhaltsschuss die Führung. Nach dem Wechsel gelang es Bärbel  Liebenamm. durch Verwandlung eines Siebenmeters auf 2:0 zu erhöhen. Weitere Chancen konnten nicht mehr genutzt werden, so dass es bei diesem Spielstand blieb. Die Siegesfeier zog sich bis in den späten Abend hinein. Und auch hier standen die Mütter ihre Frau. Die ungeschlagene Müttermannschaft

stehend von v. l. : Marianne Struve, Jutta Timm, Bärbel Vogt, Ingrid Littschwager, Gudrun Krüger, Doris Schmidt, Brigitte Kolepki, knieend : Uschi Worm, Bärbel Liebermamm, B. Klatt und Brunhild Junknickel Die  A-Jugend war Bralis Aushängeschild der Jugendabteilung. Nach dem errungenen Staffelsieg stieg man in die höchste Spielklasse (Leistungsklasse) auf. Im Pokal erreichte die Gruppe um Torwart Holger Spethmann das Finale. Doch der Endspielgegner Hertha 03 war eine Nummer zu groß. So wurde man „nur“ Zweiter. Bralis A- Jugend 1977/78, Aufstieg in die LandesklasseStehend v. l. : Trainer Horst " Charly", Kaufmann, Beteruer Karl Hubrich, Thomas Hollengk, Michael Koop, Michael Consentius, Holger Spehtmann, Torsten Mehlis, Frank Gansert, Stephan Sinodorn. Kieend: Bülent Sabay, Thomas Jäckel, Peter Malcherczyk, Roland Vanoni, Mario Klingberg, Lutz Weiland, Matthias Krionski. Es fehlt Betreuer Klaus Oldenburg.

 

 

1978 – 1979
Im Bezirk Steglitz war man stolz. Hatte man doch gleich drei Vertreter in der höchsten Berliner Spielklasse (BFC Preussen, LSU und Brali ). Die Lichterfelder Sport-Union, inzwischen auf  7 Herren- und 14 Jugendmannschaften angewachsen,  konnte die Abgänge von Torwart Mixdorf und Goalgetter  Westphal kompensieren, in dem man den Ex-Bundsligaspieler Usbeck und Torwart Zwenke von Blau-Weiß 90 verpflichtete. Trainer Bernd Erdmann wurde in seiner Arbeit von seinem Bruder Wilfried unterstützt. Die  Mannschaft wurde so stark eingeschätzt, dass man ihr zutraute, parallel zu den Punktspielen in der Fußball-Nachwuchsrunde mit Eintracht Braunschweig, Hamburger SV. Werder Bremen, Hannover 96 und Hertha 03 Zehlendorf mitzuspielen. Und das nicht zu Unrecht. Zwar gelangen nur zwei Siege (gegen Hertha 03), doch gegen den Bundesliga-Nachwuchs hielt man sich recht achtbar, bedenkt man, dass diese Mannschaften bis zu 9 (!) Lizenzspieler gegen die LSU eingesetzt haben. Nun wurde die LSU auch über die Grenzen hinaus bekannt. In der Oberliga hielt die Mannschaft, was man sich von ihr versprach. Und erreichte als Aufsteiger den 5. Platz. Auch im gesellschaftlichen Bereich wurde man aktiv: In Zusammenarbeit mit der Sponsoren-Gemeinschaft wurde den öffentlichen Stellen ein Konzept zum Bau eines Club-Casinos auf dem Gelände des Stadions Lichterfelde vorgelegt. Aber alle für die Zukunft der Lichterfelder Vereine bedeutsamen Planungen wurden abgelehnt.
Oberliga- Aufgebot der LSU für die Saison 1978/79:

Stehend v. l. :B. Borchert, A. Glock, R. Lange, M. Schumann, R. Glike, D. garz, R. Sprangowski, Nordhausen, Th. Breig, D. Gilke, Masseuer Kusniecz, Trainer B. Erdmann; vorne v. l. : O. Moschner, U. Lazarus, H. Zwenke, B. Hewecke, I. Usbeck.

Für den FV Brandendurg-Lichterfelde (inzwischen 840 Mitglieder) und Trainer Börst stand die Saison im Zeichen des Klassenerhaltes. Gegen den Ortsrivalen LSU trennte man sich im ersten  Spiel mit einem gerechten 0:0. Im Rückspiel verlor man 0:2.

1978/79: Bralis D- Jugend gewann vor 150 Zuschauern das Turnier um den " Silbernen Fußball"

Stehend v. l. : Trainer F. Müller, R. Wagner, I. Seek, Th. Pätzhold, A. Littschwager, Betreuerin D. Schmidt, K. Schulze. Kieend: TH. Golz, D. Meinhardt, D. Freikowski, O. Schrinner.

 

Brali:-Aufgebot:  Marotzke, Priebusch, Breitwieser, Rießler, Koschenz, Gansert jr., Frindt, Schmidt, Götz, Möllering, Gerlach, Malcherczyk, Tietz, Fleckstein, Vater, Bursy.

LSU-Aufgebot: Zwenke, Floerke, Schuster, Usbeck, Lazarus, Garz, Lange, Moschner, Schumann, Hewelke, R. Gilke, D. Gilke, Breig, Sprangowski, Nordhausen.

 

Amateur Oberliga 

Die Brali-Damen hatten ein schweres Jahr. Nachdem man in der Vorrunde ohne Sieg blieb, verlor man den Anschluss und musste nach einem einjährigen Gastspiel die 1. Liga wieder verlassen.

Das gleiche Schicksal ereilte auch die im letzten Jahr so erfolgreiche A-Jugend.

Grund zum Jubeln hatte aber  Bralis D-Jugend. Vor etwa 150 Zuschauern gewannen die Zehn- bis Zwölfjährigen von Brandenburg-Lichterfelde das Turnier um den „Silbernen Fußball“ im Endspiel gegen den VfB Pankow mit 3:0. Somit stieg Brali zum Achterfeld des „Goldenen Fußballs“ auf.

 

1979 – 1980
Das gute Abschneiden der vergangenen Saison ließ für diese Saison viel erhoffen. Obwohl mit R. Sprangowsk`s Weggang  eine Lücke gerissen wurde, konnten die Zugänge Tillemann und Kreische diese schließen, so dass man weiterhin auf ein homogenes Team bauen konnte. Die Saison bekann mit einem Paukenschlag. Nach Toren von Lazarus, Usbeck, Kluckert, D. Gilke, R. Gilke, Garz, Hewelcke und Moschner wurde in dieser einseitigen Partie die FV Brali  mit 8:0 besiegt. Bereits hier deutete sich an, dass sich die (Tabellen-)Wege der Lichterfelder Vereine trennen werden. Nach Hälfte der Saison belegte die LSU den 5. Platz und Brali den 15. Platz. Brali konnte im Gegensatz zum Ortsnachbarn die durch  Abgänge entstandenen Lücken nicht schließen, was zwangsläufig das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz bewirkte. Auch im  Rückspiel zeigte sich die LSU klar überlegen. Moschner, Schumann, Hewelcke und Vater (Selbsttor) waren die Torschützen in einem überlegen geführten Spiel, das der Favorit mit 4:0 gewann und somit seine Siegesserie fortsetzte. Nach 20 Spielen hintereinander ohne Niederlage stand die Lichterfelder Sport-Union vor dem letzten Spieltag nicht nur auf dem 1. Platz, sondern auch vor dem größten Triumph der Vereinsgeschichte. Verliert man auch das letzte Spiel gegen den Vorjahres- Meister Hertha  03 Zehlendorf nicht, ist man am Ziel aller Träume. Am 11.5.1980 kamen über 1.500 Zuschauer zu diesem entscheidenden Spiel ins Lichterfelder Stadion. Die LSU musste auf den starken Götsch verzichten und so stellte sich folgende Mannschaft dem Gegner: Zwenke, Tillemann, Lazarus, Garz, Th.Vater, Moschner, Schumann, Kreische, R. Gilke, Hewelcke, D. Gilke. Doch die Überraschungsmannschaft der Saison scheiterte kurz vor dem großen Ziel an den eigenen Nerven. Noch ehe man sich auf den wie entfesselt aufspielenden Gegner einstellen konnte, lag man nach 17 Minuten 0:2zurück An diesem Tag war dieser Rückstand gegen die Zehlendorfer nicht mehr aufzuholen. Das Spiel endete mit einem verdienten 4:1-Sieg für die “kleine“ Hertha, das für die LSU „nur“ die Vizemeisterschaft einbrachte, aber  trotzdem ein riesiger Erfolg war. Auch  in der Presse wurden die Leistungen der Lichterfelder SU oft honoriert und gewürdigt.

11.05.1980

Bruno Borchert und "Huzzi" Erdmann vor dem entscheidenden Oberligaspiel der Lichterfelder SU gegen Hertha 03

Torschützenkönig der Amateur-Oberliga wurde Michael Schumann (LSU) mit 25 Treffern. Zum Saisonabschluss kam es noch zu einer Begegnung im innerdeutschen Sportverkehr. In Begleitung von Presse und Fernsehen verlor man unglücklich bei der TSG Gröditz mit 1:3. Die Fußball-Vereinigung Brandenburg-Lichterfelde konnte sich trotz ihres überlegenen Torwarts Marotzke nicht vom Tabellenende entfernen und musste nach zweijähriger Zugehörigkeit in der Oberliga zurück in die Amateurliga.

Brali's Sakobielski und LSUer Borchert in Freundschaft

 

 

Aber jubeln konnten die Mädchen von Brali. Im Pokalendspiel trafen sie auf  Phönix 56. Nachdem man sich im ersten Spiel 0:0 trennte, hieß es beim Wiederholungsspiel nach der Verlängerung 2:2. Das bedeutete Elfmeterschießen. Und da waren beim 3:2 die Lichterfelderinnen die glücklicheren Schützen und konnten den Pokal in Empfang nehmen. Lichterfelder Kicker fliegen nach Florida  Große Aufregung herrschte am 25.Juli 1979, als Spieler und Betreuer der 1.C-Jugend und 1. D-Jugend die Koffer packten, um über den großen Teich nach Florida zu fliegen. Im Zuge von sportlichen wie auch freundschaftlichen Beziehungen wurde ein Mannschaftsaustausch  zwischen der FV Brandenburg-Lichterfelde und dem Florida-Fußballverband vereinbart. Die Jugendlichen wurden kostenlos bei amerikanischen Gasteltern in Vororten von Tampa untergebracht und bekamen viel zu sehen: Disney World, Cap Kennedy, Bush Garden, Sea World,  Grillabende, baden im Golf von Mexiko und vieles mehr. Die Gastvereine „Oldsmar Soccer Club“ und „Town und Country Youth Soccer Club“ konnten in den Freundschaftsspielen ebenso  besiegt werden, wie die „Tampa Terrors“, Dunedin, Largo und Clearwater. Bevor man am 17. August wieder Abschied nehmen musste, schaute man sich noch die Profi-Begegnung der Tampa Bay Rowdies gegen die Dallas Tornados an, wobei sich die Jungen riesig über das von „Ente“ Lippens erzielte Tor freuten. Zum Abschluss warteten die Gastgeber noch mit einer besonderen Überraschung auf, in dem sie die Woche vom 25. Juli bis 5. August zur Brali-Berlin-Soccor-Week erklärten


Mit Blumen, Pokal und Talisman: der frischgebackene Berliner Fußballmeister der Mädchen 1979/80: FV Brandenburg- Lichterfelde 

stehend v. l. : Damenwartin Brigitte Kolepki, Incken Buschke, Cornelia Werner, Horst Block ( in Vertretung für die erkrankte Betreuerin Ursula Block), Antje Giese, Trainer Walter Kroll, Martina Miethe, Annette Bojanowski; Knieend v. l. : Simone Stein, Claudia Grubba, Martina Kociok, Manuela Kutrieb, Kerstein Dahms, Constanze Mauerrer, Manuela Bäuerle; liegend: Andrea Üahlke

 

1. 4 Brandenburger SC 12
2. 4 BAK 12
3. 4 Torgelower SV 9
4. 4 Anker Wismar 9
5. 4 TSG Neustrelitz 7
6. 4 SV Altlüdersdorf 6
7. 4 1. FC Union II 6
8. 4 Hansa Rostock II 6

Vollständige Tabelle anzeigen

1 3 LFC Berlin 6
2. 3 Erzgebirge Aue 6
3. 3 1. FC Union
4. 2 Lok Leipzig
5. 3 Hohen Neuend.
6. 2 FF USV Jena II

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