1945-1949
Es war nicht einfach in den Anfängen des Fußballsports nach dem Krieg; gab es doch viel wichtigeres zu tun, als hinter dem Ball herzujagen. Es gab weder fließend Wasser, Strom und gas. das Holz aus den Ruinen diente als Energiequelle. Wasser holte man sich an den wenigen noch existierenden Pumpen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, die Kriegschäden zu beseitigen. Große Probleme bereitete auch die Lebensmittelversorgung, die in keiner Weise geregelt war. Auch war es dem Berliner Sportvereinen zunächst nicht möglich, den Sportbetrieb in gewohnter Weise fortzusetzen, da die Alliierte Kommandantur unter dem Einfluss der Sowjets die Betätigung von Vereinen nicht erlaubte. So war der Sportverein 1912 gezwungen, unter der Bezeichnung "Sportgruppe Lichterfelde" zu spielen.
Schlecht, sehr schlecht stand es um die Materialbeschaffung. Die Jerseys waren nur noch Fetzen, die Fußballschuhe kaum noch als solche zu erkennen. Aus Reststoffen, aus denen früher Braunhemden gefertigt wurden, schneiderte man Spielhosen und aus Fallschirmstoffen Jerseys, Torpfosten und - Latten waren zum Teil zu Brennholz verarbeitet...
Und dennoch, irgendwie begann der Fußball wieder zu rollen: So wurden Fußballgemeinschaften vorerst nur auf kommunaler Ebene gegründet. Aber wer in Steglitz oder Lichterfelde wohnte, konnte eben nur dort und nicht etwa in Zehlendorf oder Neukölln spielen.
Am 5. August 1945 war es dann soweit. Im ersten Spiel nach dem Krieg empfing man in Lichterfelde die Sportgemeinschaft aus Teltow. Der Sieg der Lichterfelder war dabei zweitrangig. Hauptsache man konnte seinem geliebten Sport wieder nachgehen. In weiterer Folge kam es zu Spielen gegen Berliner Gemeinschaften oder mit Mannschaften aus der Umgegend, deren Orte zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem LKW zu ereichen waren. Immer mehr Lichterfelder kehrten aus der Gefangenschaft heim. Doch leider, auf unserer Sportkameraden wurde vergeblich gewartet.
Die Mannschaft war wie folgt besetzt: Günter,Pommerening, Ernst Broscheidt, Alfons Stamm, Gerhardt Sziedat, Werner Klinger, Gerhardt Karschinski, Günter Palm, Max Weiß, Fritz Siepert, Harry Pommerening, Heinz Müller.
Als erster Erfolg der Sportgruppe Lichterfelde konnte die 1. Mannschaft den Pokal des Bezirksamtes Steglitz gewinnen.Ende 1946- in Lichterfelde zählte man 55.600 Einwohner- wurde die Sportgruppe Lichterfelde aufgelöst. Der damalige Sportsamtsleiter Hartmann wollte im Bezirk Steglitz einen größere Sportgruppe erstellen, und es wurde die Sportgruppe Steglitz- Lichterfelde ins Leben gerufen. Aber dieser Zusammenschluss war nicht von langer Dauer. Auf einer Sportlerversammlung im Bezirk Steglitz stellten die Kameraden O. Walz, Wilhelm Mietler und Ernst Broscheid den Antarg, wieder eine Sportgruppe Lichterfelde zuzulassen. Erst nach der Spaltung der Stadt Berlin, im November 1948, erlaubten die Westalliierten wieder die Neugründung der traditionsreichen Vereine.<//font>
Nach und nach- auch während der Berliner- Blockade vom Juni 1948 bis Mai 1949- erteilten die Alliierten Lizenzen, so dass die historischen Vereine zu neuem Leben entstanden. besonders Oskar Walz, Karl Klisch, Wilhelm Kiele, Ernst Broscheid und Rudi Hirschmann von den alten 12ern waren es, die 1948 die Probleme zur Lizensierung des Lichterfelde 12 aus dem Weg räumten. Und Karl Schmidt von den 92ern kümmerte sich 1949 um die Genehmigung, dass man sich wieder FV Brandenburg 92 nennen konnte. Nach den politischen Veränderungen beschränkte sich der Punktspielbetrieb nur auf die Westsektoren Berlins. Der FV Brandenburg 92 konnte sich mit 10 Spielern vom SCC Südwest verstärken, unter ihnen Walter Willner und Hans Gansert, die noch heute beim VfB Lichterfelde als Platzkassierer bzw. Spielobmann für den Seniorenbereich ehrenamtlich tätig sind.<//font>
Lichterfelde 12 schaffte auf Anhieb den Sprung von der 2. Klasse des Süd- West- Kreises in die 1. Klasse. Durch eine anschließende neue Klasseneinteilung spielte man im Nord- Ost- Kreis in der Kreisliga.<//font>

| 1. | 4 | Brandenburger SC | 12 |
| 2. | 4 | BAK | 12 |
| 3. | 4 | Torgelower SV | 9 |
| 4. | 4 | Anker Wismar | 9 |
| 5. | 4 | TSG Neustrelitz | 7 |
| 6. | 4 | SV Altlüdersdorf | 6 |
| 7. | 4 | 1. FC Union II | 6 |
| 8. | 4 | Hansa Rostock II | 6 |
| 1 | 3 | LFC Berlin 6 |
| 2. | 3 | Erzgebirge Aue 6 |
| 3. | 3 | 1. FC Union |
| 4. | 2 | Lok Leipzig |
| 5. | 3 | Hohen Neuend. |
| 6. | 2 | FF USV Jena II |
